Sommersemester
2004
Vortrag IWH Halle / Referent: Dr. Joachim Ragnitz
Montagsdemos,
Arbeitslosenquoten bis zu 30% und Wahlsiege für NPD und PDS. Ist der Osten noch
zu retten? Das fragten sich auch die 60 Teilnehmer,
die zur Veranstaltung „Strukturwandel und demographische
Probleme in Ostdeutschland“ Anfang Dezember
gekommen waren. Der Referent, Dr. Joachim Ragnitz,
Leiter der Abteilung Strukturwandel des Instituts
für Wirtschaftsforschung Halle, beleuchtete
das Thema auf differenzierte Weise und führte
dazu unter anderem aktuelle statistische Daten an.
Dabei war es sehr interessant zu erfahren, dass die
hohe Arbeitslosenquote in Ostdeutschland mitnichten
auf eine generell schlechte Auftragslage der Firmen
zurückzuführen ist, sondern momentan vor
allem durch eine starke Rezession im Baugewerbe verursacht
wird, während der Dienstleistungssektor und
die verarbeitende Industrie niedrige, aber dennoch
stabile Wachstumsraten generieren können.
Herr Dr. Ragnitz wies darauf hin, dass die bisher
von der Regierung präferierte Weise zur Verteilung
der Gelder nach dem „Gießkannenprinzip“ ein
Fehler gewesen ist. Zukünftig wird es nur noch
opportun sein eine Clusterpolitik zu verfolgen, sprich
die Ansiedlung bestimmter, erfolgversprechender Industrien
zu fördern und sich dabei auf strukturstärkere
Zentren, wie zum Beispiel Dresden, Leipzig oder Erfurt
zu beschränken.